So schmeckt’s bei uns in Hessen!

  • 05.02.2019

Hessen ist bekannt als das Bundesland der Kontraste, denn Großstadt und Wolkenkratzer liegen hier erstaunlich dicht neben Wald und Natur.

Der Taunus mit seinen Naturwäldern ist nämlich nur einen Katzensprung entfernt. Mindestens genauso vielfältig ist auch die regionale Küche.

Die Aushängeschilder der hessischen Küche sind zweifellos „Grie Soß“, „Ahle Wurscht“ und „Handkäs mit Musik“.

Das hat jeder schon mal gehört. Aber habt ihr es auch probiert? Wenn nicht, dann kostet euch in Frankfurt und Umgebung einfach mal durch die beliebten Spezialitäten. Denn nicht umsonst heißt es:

„Das beste Esse gibt es nur in Hesse“.

Die Klassiker: Grüne Soße, Handkäs mit Musik und Ebbelwoi

Die Frankfurter Grüne Soße wird traditionell aus sieben Kräutern zubereitet: Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch. Die Saison beginnt am Gründonnerstag, kurz vor Ostern, wenn die Zutaten ganz frisch aus dem Boden sprießen, und endet im Herbst. Auch wenn sie im Mai am besten schmecken, lohnt sich das Probieren immer, weil sie einfach lecker ist. Dazu wird neben den klassischen Kartoffeln wahlweise gekochte Ochsenbrust, Tafelspitz oder auch Fisch serviert. Richtig toll schmeckt sie natürlich auch zu Spargel. Womit es noch einen Grund mehr gibt, im Frühling mal ins Hessische zu reisen.

Egal, ob ihr eure Reise im Süden im romantischen Lahntal nahe Marburg beginnt oder direkt in der Frankfurter City startet: ein frisch angemachter „Handkäs mit Musik“ (in Essigmarinade und kleingewürfelten Zwiebeln eingelegter Bauernkäse) gehört auf jeden Fall auch mit auf die Liste der Dinge, die man hier in der Region einmal gekostet haben muss. Dazu ein Muss: unbedingt einen Äbbelwoi ordern, denn der schmeckt in den meisten Fällen anders als erwartet: eher herb-fruchtig als süß, aber mit einer kräftigen Note vom Apfel. Man trinkt ihn pur, mit Wasser gepritzt und im Notfall auch süß mit etwas Zitronenlimonade. Wobei sich manch ein Schankwirt auch weigert, letzteres auszuschenken. Denn nur pur schmeckt er echt nach der Region.

Herzhaft & Süß: Ahle Wurscht oder Frankfurter Kranz?

Die „Ahle Wurscht“ hat es nicht nur auf fast alle Speisekarten hiesiger Wirtshäuser geschafft, sondern auch die Herzen der Slow-Food-Jünger im Sturm erobert. Dabei handelt es sich um eine uralte hessische Spezialität, die in traditioneller Hausschlachtung hergestellt wird. Die lange haltbare Wurst ist luftgetrocknet und leicht kaltgeräuchert. Das Schweinefleisch wird noch warm verarbeitet, was die Wurst erst zu einer echten Ahle Wurscht macht. Eine jahrhundertealte Tradition, die einst der winterlichen Grundversorgung einer jeden Familie diente, erreicht damit Kultstatus. Gänzlich verzichtet wird dabei auf chemische Zusätze zur Haltbarmachung. Denn jede Wurst entwickelt erst durch die Zutaten, die Form und durch die individuellen Bedingungen für die Reife eine ganz eigene geschmackliche Note. Jede Familie nutzte hier früher ihre ganz eigenen Rezepte, so dass im Prinzip auch jetzt noch keine Wurst der anderen gleicht.

Oder hast du mehr Lust auf Süßes? Dann probiere mal den echten Frankfurter Kranz – weich, cremig und nur echt mit Buttercreme, Krokant-Streuseln und kandierter Kirsche. Kaiserlich lecker und auf jeden Fall eine Sünde wert. Wem das zu cremig ist, der kann auch einen Frankfurter Pudding probieren. Überraschend anders als gewöhnlicher Pudding. Die Rezepte stammen auch hier aus Omas altem Rezeptbuch und am Ende landet eine Art Küchlein aus Brotresten, Rosinen, Orangeat und Mandeln auf dem Dessert-Teller. Dazu wird wahlweise eine Rotwein-, Vanille- Schokoladen-, Weinschaum- oder Bischofs-Sosse gereicht. Klingt alles lecker? Stimmt! Das sollte man auch keinesfalls verpassen. Im Gegenteil, denn jedes dieser Spezialitäten ist schon alleine eine Reise in die wunderschöne Mitte Deutschlands wert.